Unsere Arbeit in Bernau
Unsere Arbeit besteht aus mehreren Teilen: Taubenhaus, Eiertausch, Reinigung, Notfälle, Volieren, Beratung und Aufklärung. Alles gehört zusammen. Nur so werden weniger Tauben geboren, weniger Tiere leiden und weniger Konflikte im Stadtraum entstehen.
Tauben versorgen, Nachwuchs begrenzen, Notfälle aufnehmen.
Stadttauben sind sehr ortstreu. Wenn sie an einem Standort Futter, Wasser und Nistplätze finden, bleiben sie eher dort. Das macht Betreuung möglich: Wir sehen, welche Tiere Hilfe brauchen, können Eier tauschen und den Bereich regelmäßig reinigen.
Vom dreckigen Fahrradparkhaus zum betreuten Taubenhaus.
Die Tauben waren nicht erst ein Problem, als wir kamen. Sie nutzten die offenen Bereiche des neuen Fahrradparkhauses als Sitz- und Brutplätze. Besonders die Fahrradständer wurden stark verschmutzt.
Statt die Tiere immer wieder zu verscheuchen, wurde ein Teil des Treppenhauses zum Taubenhaus umgebaut. Dort haben die Tauben heute Nistflächen, Futter, Wasser und einen festen Ort. Wir reinigen, kontrollieren Nester und tauschen Eier gegen Attrappen.
Der Bereich ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Das ist nicht für alle sofort verständlich, hat aber einen klaren Grund: Nur wenn die Tauben einen abgetrennten, betreuten Bereich haben, bleiben sie vom restlichen Fahrradparkhaus besser weg. Seitdem ist es dort deutlich sauberer.
Das Projekt wird ehrenamtlich getragen und eng mit Stadt, Veterinäramt, Umweltamt und weiteren Behörden abgestimmt. Inzwischen schauen sich auch andere Städte die Lösung in Bernau an, um eigene Stadttaubenprojekte aufzubauen oder zu verbessern.
Regelmäßige Arbeit, sichtbare Wirkung.
Die Zahlen zeigen nicht alles, aber sie machen sichtbar, wie viel laufende Pflege, Kontrolle und Abstimmung hinter einem betreuten Standort steckt.
Taubenhaus im Fahrradparkhaus Bernau
Im Fahrradparkhaus betreuen wir den festen Standort für den Bernauer Stadttaubenschwarm. Die Tiere bekommen dort geeignetes Futter, Wasser und Nistplätze. Wir kontrollieren die Nester, tauschen Eier gegen Attrappen und reinigen den Bereich regelmäßig.
- Futter und Wasser am festen Standort.
- Nestkontrolle und Eiertausch.
- Reinigung und Dokumentation.
- Verletzte oder geschwächte Tiere schneller erkennen.
- Enger Austausch mit Stadt, Veterinäramt, Umweltamt und weiteren Behörden.
Volieren für Tauben, die einen besonderen Bedarf haben
Manche Tauben überleben draußen nicht mehr gut: nach Verletzungen, bei Behinderungen, nach schweren Erkrankungen oder im hohen Alter. In unseren Volieren bekommen sie einen Platz, an dem sie fressen, trinken, baden, sitzen und geschützt versorgt werden können.
- Für Tauben mit alten Verletzungen oder Behinderungen.
- Für ehemalige Notfälle aus Bernau und Umgebung.
- Futter, Wasser, Sitzplätze und geschützte Bereiche.
- Täglicher Blick darauf, ob ein Tier frisst und sich normal verhält.
Hilfe für verletzte und geschwächte Tauben
Wir versorgen verletzte, kranke, erschöpfte, verschnürte, angefahrene oder noch nicht flugfähige Stadttauben aus Bernau und Umgebung. Nach der ersten Einschätzung geht es um pflegerische Versorgung, tiermedizinische Abklärung und eine passende Unterbringung.
- Pflegerische und medizinische Versorgung von akuten Notfällen.
- Kooperation mit Tierärzt:innen.
- Organisation der anschließenden Unterbringung nach Genesung.
Beratung bei Sanierung, Abriss und Dachböden
Tauben brüten oft dort, wo Menschen sie erst spät bemerken: auf Dachböden, hinter Netzen, in Mauernischen, unter Dächern oder an Gebäudekanten. Wenn saniert, verschlossen oder abgerissen wird, können Tiere eingeschlossen oder Nester zerstört werden. Wir beraten, wie vorher geprüft und tierschutzgerecht gehandelt werden kann.
- Einschätzung vor Ort oder anhand von Fotos.
- Hinweise zu Nestern, Jungtieren und eingeschlossenen Tauben.
- Ablauf bei Sanierung, Abriss oder Verschlüssen.
- Abstimmung mit Eigentümer:innen, Handwerk, Verwaltung und Tierschutz.
Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und Bildung
Viele Konflikte entstehen, weil Tauben falsch eingeordnet werden. Sie gelten schnell als „Plage“, obwohl sie Nachkommen gezüchteter Haustiere sind. Wir erklären, warum sie in Städten leben, warum Häuser, Brücken und Parkhäuser für sie wie Felsen funktionieren und warum betreute Taubenhäuser mit Eiertausch besser sind als Vergrämung allein.
- Infostände und Gespräche.
- Material zu Taubenhaus und Eiertausch.
- Infos für Anwohner:innen, Schulen und lokale Partner:innen.
- Vorurteile abbauen, ohne das Problem kleinzureden.
- Verständnis schaffen, warum ein Teil des Fahrradparkhauses für das Taubenhaus geschlossen ist.
Bernau kann zeigen, wie betreutes Stadttaubenmanagement praktisch aussieht.
Das Taubenhaus im Fahrradparkhaus ist aus einem konkreten lokalen Problem entstanden. Genau deshalb ist es für andere Städte, Eigentümer:innen und Verwaltungen interessant: Es zeigt, was möglich wird, wenn Verdrängung durch Betreuung ersetzt wird.
- Austausch mit Stadt, Veterinäramt, Umweltamt und weiteren Stellen.
- Beratung bei Gebäuden, Sanierung, Abriss und Dachbodenfunden.
- Das Taubenhaus im Fahrradparkhaus wird von anderen Kommunen als Praxisbeispiel wahrgenommen.
Diese Arbeit braucht Unterstützung.
Futter, Reinigung, Fahrten, tierärztliche Kosten und Zeit fallen jede Woche an. Wer helfen möchte, kann spenden, Material geben oder einzelne Aufgaben übernehmen.